Minding the Gap

Art & Science Communication by Luke Jakob

Minding the Gap

Art & Science Communication
by Luke Jakob

Beitrage über neue Erkenntnisse und wissenschaftliche Publikationen

Radikalisierung durch Incel-Ideologie – Verlauf, Mechanismen und Folgen

Psychosoziale Belastungen und verinnerlichte Opferrollen erleichtern den Einstieg in die für Frauenfeindlichkeit bekannte Incel-Community. Die Radikalisierung ihrer Mitglieder erfolgt schrittweise: durch Ideologisierung, Desensibilisierung sowie Bestätigung feindseliger Überzeugungen in Echokammern.

By |2025-11-20T15:07:29+00:00November 19, 2025|Aktuelle Forschung|0 Comments

Minority Stress: Über die gesundheitlichen Kosten von struktureller Diskriminierung

Diskriminierung erzeugt chronischen Stress. Das Konzept des Minority Stress zeigt, wie Stigma Körper und Psyche belastet – und was dagegen hilft.

By |2026-05-26T09:31:59+00:00November 2, 2025|Aktuelle Forschung, Aus dem Alltag, Meta|0 Comments

Die wütende Sprache der Incel-Echokammer

Wut und extremistische Ausdrucksweise sind ein Kernmerkmal der Sprache von Incels in Online-Foren. Eine neue Studie zeigt, dass besonders neue Mitglieder diese wütende Sprache schnell übernehmen und wie das zur Radikalisierung beitragen kann. Wer sind Incels? „Incels“ (kurz für involuntary celibates) sind meist junge Männer, die trotz Wunsches keine romantische oder sexuelle Beziehung eingehen können. Viele lehnen Selbstverbesserungsversuche ab, erleben ihre Situation oft als unveränderlich und deuten sie im Rahmen eines deterministischen Weltbilds, in dem Frauen nur an sozial dominanten, attraktiven Männern (sog. „Chads“) interessiert seien. Die aktuelle Studie von de Roos et al. (2024, Journal of Interpersonal Violence), untersuchte, wie sich Sprache und Emotionen in einer der größten Incel-Online-Communities über die Zeit verändern.Mit Hilfe automatischer Textanalyse (LIWC-22) werteten die Forschenden über 135.000 Forenbeiträge von 166 aktiven Nutzern aus, um zu messen, wie sich Wut, Traurigkeit und extremistischer Sprachgebrauch im Verlauf von drei Monaten entwickeln. Determinismus ist die Auffassung, dass Ereignisse durch äußere oder innere Ursachen vollständig vorbestimmt sind. Persönliche Lebensumstände [...]

By |2025-11-04T16:16:32+00:00Oktober 26, 2025|Aktuelle Forschung, Science Snippets|0 Comments

Wenn mediale Krisenberichte krank machen

Negative Schlagzeilen dominieren unsere Medienlandschaft. Dauerhafte Krisen- und Konfliktberichte erzeugen ein anhaltendes Gefühl von Bedrohung und Unsicherheit und führen zu chronischem psychischem Stress. Negative Nachrichten erzeugen chronische Unsicherheit Schon mal beim letzten Kaffee eine Schlagzeile über Projekte gelesen, die Ost- und Westdeutschland verbinden? Oder eine Meldung, dass das Übermalen von Hakenkreuzen nicht strafbar ist? Nein? Ich ebenfalls nicht. Zumindest nicht auf der Titelseite. Nachrichten sind überwiegend negativ. Das hat auch eine aktuellen Übersichtsstudie des National Institute of Mental Health festgestellt. Der Fokus der Forschergruppe um Kesner et al. (2025) lag dabei auf den Konsequenzen, die daraus folgen: Berichte über weltweite Krisen wie Kriege, Pandemien oder politische Instabilität führen zu einem ständigen Gefühl der Bedrohung. Und dieses Bedrohungsgefühl erzeugt ein psychologisches Nebenprodukt: chronische Unsicherheit.Medienberichte verstärken diese Unsicherheit erheblich – mit messbaren Folgen für die mentale Gesundheit. Was die Studie zeigt Negative Inhalte werden besonders stark wahrgenommen.Menschen schenken negativen Nachrichten mehr Aufmerksamkeit als positiven oder neutralen Meldungen und reagieren auf diese sowohl emotional [...]

By |2025-11-04T16:16:01+00:00Oktober 21, 2025|Aktuelle Forschung, Science Snippets|0 Comments

Das Furchtgedächtnis – Geschlechterunterschiede im Gehirn

Wir alle spüren Angst – aber nicht jeder erinnert sich gleich an bedrohliche Situationen. Männer und Frauen unterscheiden sich darin, wie sich solche Erlebnisse im Gedächtnis verankern. Zwischen Alltagsrealität und Forschung besteht ein trauriges Paradoxon: Frauen sind deutlich häufiger von Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) betroffen. Gleichzeitig werden sie in der Grundlagenforschung zu genau diesen Erkrankungen noch immer unterrepräsentiert. Der weibliche Zyklus ist die häufigste Begründung dafür, da er die Daten angeblich „zu variabel“ oder zu schwer erhebbar mache. Doch genau dieser Ausschluss verhindert seit Jahrzehnten, dass wir die Unterschiede wirklich verstehen. Um diese Lücke zu schließen, haben Florido et al. (2024) in einer experimentellen Studie genauer untersucht, wie das sogenannte Furchtgedächtnis entsteht. Darunter versteht man die Fähigkeit des Gehirns, bedrohliche Erfahrungen so abzuspeichern, das wir bei der nächsten Gefahrensituation schneller reagieren können. Das läuft über ein Netzwerk von Hirnregionen, das wie ein Warnsystem aufgebaut ist: Wenn wir ein Geräusch oder einen Reiz erleben, der einmal mit Gefahr verbunden war, springt [...]

By |2025-09-25T15:42:37+00:00September 25, 2025|Aktuelle Forschung|0 Comments
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